Balkanreise
Vorbereitung
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11. Etappe - Wildromantisches Albanien

von von Lagadin nach Mjede in Albanien, ca. 280 km, 3.925 km

 

Der Ruhetag am Ohridsee hat gut getan. Bei schönstem Wetter verbrachten wir die Zeit mit Schwimmen im See,

im Hotelpool und Besichtigung der Altstadt von Ohrid mit der stadtbildprägenden hoch über der Stadt prangenden,

jahrhundertealten Samoils-Festung.

Der Aufbruch zur 11. Etappe begann dann allerdings mit einer kleinen Schrecksekunde. Thomas´ BMW hatte

keinen Strom bei Einschalten der Zündung. Alle Systeme waren tot. Es stellte sich dann aber heraus, dass er wohl

aus Versehen das Parklicht eingeschaltet hatte und so war hatte sich die Batterie komplett über Nacht entleert. Da

ich zum Glück Starthilfekabel dabei hatte, war das Problem schnell gelöst und mit ein wenig Verzögerung konnten

wir starten.

     

Der Weg führte uns über Ohrid noch eine Weile am Seeufer entlang, dann hinauf in die Berge und so näherten wir

uns der albanischen Grenze.

Was für ein schönes Land. Entlang des „Black Drin Flusses" fuhren wir mit unseren BMWs in die Albanische Berg-

welt. Teilweise war es ein Gefühl, als sei die Zeit ein wenig stehen geblieben. Wir begegneten nicht nur Pferdefuhr-

werken, wie auch bereits in Ungarn und Rumänien, sondern in den Bergen brachten die Bauern auf vollbepackten

Maultieren ihre Heuernte ein. 

     

Schmale kurvige Straßen entlang von schroffen Felswänden einerseits und tiefe Schluchten mit smaragdgrünen

Seen und tiefblauen Flüssen andererseits, brachten uns aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Uns fiel die hohe Mercedesdichte auf. Gefühlt war jedes 4. Auto ein Mercedes aller möglichen Zustandsklassen.

In Albanien scheint die Marke ein Statussymbol zu sein.

     

In einem kleinen turbulenten Ort hielten wir an und wollten Rast in einem der dortigen Cafes machen. Leider hatten

wir noch kein albanisches Geld und so tauschte Thomas in einer nahegelegenen Bank ein paar Euros um. Als wir

dann nach 2 Espresso und 2 Cola unsere Rechnung bezahlen wollten, hatte bereits ein junger Mann vom Nach-

bartich, mit dem wir ein paar Worte auf Englisch gewechselt hatten, unsere Schulden bezahlt und war freundlich

grüßend davon gefahren. Wieder einmal bekamen wir eine Gastfreundschaft zu spüren, die gemessen daran wie

niedrig die Arbeitslöhne vielfach in Albanien sind, beschämt.

     

Gestärkt von der Pause, fuhren wir auf ganz passablen Straßen über Berge und Täler und hielten immer wieder für

schöne Fotomotive an. Erschöpft und müde erreichten wir gegen Abend unser Etappenziel, den Ort Mjede am Ufer

des Koman-Stausees, auf dem am nächsten Tag ein weiteres Highlight unserer Reise wartete. Eine fast 3-stündige

Fahrt mit der alten, klapprigen Autofähre von Koman nach Fierze.


 

12. Etappe - Mit der Fähre über den Komansee

von Mjede nach Vrelo in Montenegro, ca. 3 Std Fährfahrt und 230 km, gesamt 4.155 km

 

Wir brachen zeitig auf, mussten wir doch spätestens um 9 Uhr früh an der Fähre in Koman sein. Der Pensionswirt

hatte uns vorsorglich noch am Vorabend darauf hingewiesen, dass der Weg von Mjede bis Koman trotz knapp 30

km aufgrund der sehr schlechten Straßenverhältnisse gut eine Stunde dauern würde. Und ein wenig Zeitpuffer

wollten wir auch noch einbauen. Also ging es um 7.30 Uhr los und die Straßen entpuppten sich je weiter wir uns

Koman näherten, zu einer Katastrophe.

     

Eine echte Teststrecke für schwere Reiseenduros, um mal die Belastbarkeit der Federbeine zu prüfen. Für meinen

siffenden Gabelholm eine wahre Odyssee. Aber der Putzlappen oben am Tauchrohr tat brav was er tun sollte und

fing austretendes Gabelöl perfekt auf.

Das Verladen bzw. Einparken unserer Motorräder erfolgte auf die Weise, dass 4 Männer unsere Motorräder mit-

samt Gepäck auf der Fähre anhoben und als Lückenfüller quer zwischen parkende Autos wuchteten. Und das

nicht zimperlich im Umgang mit dem Material. Ich hab schon meinen Hauptständer brechen sehen, als ich zuse-

hen musste, wie meine BMW seitlich auf dem Hauptständer über Deck geschoben wurde. Dafür ist der ja nun wirk-

lich nicht gemacht…

     

Und dann begann mit etwas Verzögerung die Überfahrt. Die Fähre war proppevoll und zuletzt wurde sogar noch ein

Kleintransporter auf der Auffahrrampe der Fähre geparkt. Wir hatten tolle Sitzplätze auf dem Oberdeck und konnten

die lange Überfahrt durch die atemberaubenden Schluchten und Berghänge des Koman-Stausees genießen. Ein

wolkenloser blauer Himmel, tiefblaues Wasser und strahlender Sonnenschein, was will man mehr.

     

Beim Entladen der Fähre versuchte dann einer der Helfer an Bord meine BMW alleine auf dem Hauptständer anzu-

heben und seitlich über Deck zu schieben. Im letzten Moment konnte ich dazu springen und ihm erklären, dass ca.

300 kg Gesamtgewicht für einen allein vielleicht etwas schwer sind und so schafften wir es gerade so, mit 3 Mann

mein Motorrad aus der misslichen Parksituation zu befreien. Zum Glück ist alles heil geblieben.

Um unser Etappenziel in Montenegro zu erreichen, mussten wir noch einmal kurz in den Kosovo einreisen, was

aber von Albanien aus deutlich einfacher verlief, als die Einreise von Serbien aus.

     

Am späten Nachmittag erreichten wir unsere Unterkunft in Montenegro und waren sehr überrascht, wie anders sich

uns Montenegro im Vergleich zu den bisher bereisten Ländern präsentierte.

Abends saßen wir dann noch bei einem Bier mit dem Pensionswirt beisammen und waren gegen 20 Uhr schon in

unseren Betten verschwunden. Irgendwie war der Tag trotz der wenigen gefahrenen Kilometer doch anstrengend

verlaufen.

                                                                                                                                                                               13. und 14. Etappe

 


 

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