Balkanreise
Vorbereitung
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13. Etappe - Traumhaftschönes Montenegro

von Vrelo nach Mostar in Bosnien-Herzegowina, ca. 370 km, gesamt 4.525 km

 

     

Der Morgen begann sehr kalt. Da wir uns in den Bergen von Montenegro befanden, zeigte das Thermometer grade

mal 4° Celsius an und wir schalteten unsere Griffheizungen an. Was für ein Luxus. Inzwischen waren wir es ge-

wohnt, dass auf dem Balkan immer wieder auch mit Kühen auf der Straße zu rechnen ist, die manchmal dummer-

weise gerade hinter einer Kurve auftauchen.

Man sollte also die Hinweisschilder am Straßenrand unbedingt ernst nehmen.

     

Die Fahrt durch die Bergwelt von Montenegro entwickelte sich zu einem Erlebnis, das sicher zu den schönsten Ein-

drücken unserer Reise gezählt werden darf. Das erste Ziel war die Taraschlucht, die als tiefste Schlucht Europas

gerechnet wird. Mit 350 m Gesamtlänge, überspannt eine Stahlbeton-Bogenbrücke in 150 m Höhe den Fluss Tara,

der sich über Jahrtausende tief in das Gestein gegraben hat. Die Schlucht verläuft über eine Länge von 78 km und

erreicht stellenweise eine Tiefe von 1.300 m. Ein Eldorado für Motorradfahrer, die auf gut asphaltierten, kurvigen

Straßen immer wieder einen Blick in die Schlucht werfen können.

     

Nach einer kurzen Pause an der Schlucht ging unsere Fahrt weiter in den Durmitor-Nationalpark mit seinen atem-

beraubenden, ockerfarbenen Graslandschaften und überaus beeindruckenden Felsformationen. Nach jeder Kurve

könnte man anhalten, um eines der zahlreichen Fotomotive festzuhalten. Auf einer Anhöhe entdeckten wir sogar

halbwilde Pferde, die frei und ungestört dort leben und wenig scheu sich sogar den Menschen nähern.

     

Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, hatten wir doch keine Ahnung wie schön Montenegro ist. So

ganz anders als der Kosovo, Serbien, Albanien oder auch wie wir später feststellten, Bosnien-Herzegowina. Und

das, obwohl diese Nachbarländer nur wenige Kilometer entfernt liegen.

     

Vom Durmitor-Nationalpark fuhren wir dann auf schmalen, teilweise sehr engen kurvigen Straßen und durch viele

kleine Tunnel zum Piva-Stausee dem größten Stausee des Landes und reisten immer weiter entlang der Piva-

Schlucht in Richtung Bosnien. Völlig unbemerkt von uns, überschritten wir auf einer kilometerlangen Geröllpiste

die Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Wir hatten uns schon gewundert, dass die gut ausgebaute Asphaltstraße

sich plötzlich in Schotter verwandelte und später sogar zu einer Geröllpiste wurde.

     

So sind wir also über die „Grüne Grenze" eingereist und haben erst beim Tanken gemerkt, dass die Autokennzei-

chen anders aussahen. Gespannt auf unser geschichtsträchtiges Etappenziel, machten wir uns weiter auf den Weg

und erreichten am späten Nachmittag unsere Unterkunft, ganz in der Nähe der Altstadt von Mostar.


 

14. Etappe - Mostar, ein ein Hauch von Orient

von Mostar nach Vodice in Kroatien, ca. 280 km, gesamt 4.805 km

 

     

Der Besuch der berühmten, wieder aufgebauten Brücke von Mostar, die in hohem Bogen die Altstadt beiderseits

des Flusses Neretva miteinander verbindet, war ein beeindruckendes Erlebnis. Jahrelang galt sie als verbindendes

Symbol unterschiedlicher Kulturen, die beiderseits des Flusses leben. 

     

     

Umso schlimmer war die vollständige Zerstörung der alten Brücke im Balkankrieg und umso schöner war das En-

gagement der Weltgemeinschaft, dieses Symbol des friedlichen Miteinanders wieder aufzubauen. 

     

Ein Gang durch die kleinen Gassen der Altstadt gleicht einem Gang durch orientalische Basare und ist jedem Bos-

nienreisenden unbedingt zu empfehlen, auch wenn sich Mostar zu einem Touristenmagnet entwickelt hat. Mit Blick

auf die Brücke haben wir den Abend bei einem Essen ausklingen lassen und sind morgens nach dem Frühstück

nach Vodice in Kroatien aufgebrochen.

     

 Die Fahrt dorthin verlief unspektakulär und je mehr wir uns nach der Einreise in Kroatien der Mittelmeerküste nä-

herten, desto mehr war der Duft Dalmatiens spürbar.

Als Thomas und ich vor ein paar Jahren über Pfingsten schon einmal in Kroatien mit dem Motorrad waren, ist uns

der krasse Unterschied zur Hauptsaison aufgefallen. Das Gleiche erlebten wir nun Ende September. Überall ist es

ruhiger und beschaulicher. Die Restaurants sind nicht überfüllt und es herrscht kein so aufgeregtes Treiben. In der

Vor- und Nachsaison ist Kroatien also unbedingt zu empfehlen und das Meer hatte immerhin noch 23° Celsius

Wassertemperatur. Und die Sonne? Naja, zum kräftigen Sonnenbrand reicht sie noch aus...

Unser Ziel in Vodice erreichten wir am frühen Nachmittag und wollten auch hier, in der beschaulichen Hafenstadt

am Meer, einen weiteren Ruhetag einlegen.

     

 

                                                                                                                                                                                     13. und 14. Etappe

 

   

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