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Cheb/Eger 2009

 

Mit zwei Schwalben KR 51/2 N, Baujahr 1981 und 1982 nach Cheb/Eger
  Reiseroute: Erlangen - Pegnitz - Marktredwitz - Cheb/Eger
05.-07. Juni 2009, Gesamtstrecke ca. 320 km



Freitag, den 5. Juni 2009 --- 155 km;
Erlangen 
- Neunkirchen am Brand - Gräfenberg - Weidensees - Pegnitz - Creußen - Kemnath - Marktredwitz - Cheb/Eger

  

Trotz wolkenverhangenem Himmel ging es um 10:15 Uhr los Richtung Tschechien. Die Vorbereitungen waren getroffen und beide Schwalben bepackt. Vorsichtshalber hatten wir auch ein Zelt dabei, falls wir keine Pension finden sollten.
Es regnete zwar nicht; aber es war lausig kalt. Die Mopeds schnurrten wie die Bienen und wir kamen trotz windigem Wetter zügig mit einem Durchschnittstempo von 50 km/h voran, welches sich allerdings abends mit den eingerechneten Pausen deutlich reduzierte. Kurz vor Pegnitz legten wir einen ersten Halt ein und montierten durchgefroren wie wir waren, die Kniedecken an unsere Fahrzeuge. Außerdem gaben dickere Handschuhe etwas mehr Wärme.
Weiter ging es über Creußen nach Marktredwitz. Beim zweiten Stop am Rande der Stadt ließen wir uns etwas mehr Zeit und stärkten uns mit einem Döner. Noch 27 km Fahrt lagen vor uns und wir hatten das Tagesziel erreicht.
Kurz nach dem Grenzübergang, der inzwischen ja problemlos passiert werden kann, erreichten wir den großen Stausee bei Cheb und fuhren in die schöne Innenstadt. Auf dem Marktplatz stellten wir die Schwalben ab, um in einem Touristikbüro nach Unterkünften zu fragen.
Leider standen wir im Parkverbot und da der Marktplatz videoüberwacht ist, war sehr schnell auch die Polizei da. Das Ergebnis: je 1 Pkt. im Verkehrsstrafenregister und 2.000 Kronen (ca. 80,- Euro) Strafe. Na prima! Gerade mal 30 Minuten in Tschechien und dann das.
Einer der beiden Polizisten war deutlich freundlicher und sprach gut deutsch. Wir kamen ins Gespräch miteinander und erfuhren, dass er eine alte 350er Jawa fährt. Wir erzählten ihm auch von unseren vielen Fahrzeugen und dass darunter eine MZ
TS 250/1 sei. Das mußte ihm wohl irgendwie gefallen haben. Jedenfalls hatten wir sofort ein gemeinsames Thema was schließlich mit dem Erlass des Strafzettels endete. Nochmal Glück gehabt!
Der Polizist erklärte uns noch den Weg zur Pension und wir machten uns wieder auf den Weg. Leider nicht lange, da hatten wir unsere erste Panne. Angekündigt hatte sich diese schon in Cheb am Marktplatz, weil der Motor schlecht ansprang. Nun standen wir also an der Landstraße und nichts ging mehr. Die Sichtkontrolle zeigte einen nur noch sehr schwachen Zündfunken. Der abgeschraubte Limadeckel offenbarte das Problem. Der Unterbrecher hob kaum mehr sichtbar ab.
Also Polrad runter und vorsichtshalber gleich einen neuen U-Kontakt montiert. Auch die Zündung wurde überprüft. Merkwürdig war allerdings, dass sich die Schraube zum Befestigen des Kontaktes nicht so festziehen ließ, wie man es sonst gewohnt war. Und das sollte sich schließlich als weiteres Problem herausstellen...


  

  

Samstag, den 6. Juni 2009 --- Aufenthalt in Cheb/Eger

  

Die Suche nach einer Pension gestaltete sich zunächst nicht ganz so einfach wie gehofft. Die Adresse aus dem Touristikbüro war schwer zu finden und dort angekommen wurde uns gesagt, dass alles belegt sei. Die nächste Pension öffnete gar nicht und erst nach längerer Suche fanden wir eine weitere.  Hier wurden wir allerdings sehr herzlich aufgenommen. Wir hatten ein Zimmer mit Balkon und ein Badezimmer mit Badewanne. Nach der doch etwas kühlen Fahrt wirkte ein heisses Bad Wunder.
Abends zeigte sich Cheb wie ausgestorben. Nur wenige waren unterwegs und die, die wir trafen sahen manchmal wenig vertrauenswürdig aus. Es bestätigte sich was uns am Nachmittag der freundliche Polizist sagte, der uns davor warnte abends durch die Stadt zu gehen.
Dennoch ist die Innenstadt von Ceb rund um den Marktplatz wirklich sehenswert. In einem netten Lokal gingen wir essen und liefen anschließend zurück zu unserer Pension. Die Wirtin berichtete uns von den aktuellen Wettermeldungen, die alles andere als positiv waren. Wir wollten uns überraschen lassen und trafen die Vereinbarung, dass am folgenden Tag das Wetter über unsere Weiterfahrt entscheiden sollte.
Es sah nicht gut aus. Auch der folgende Tag war sehr kühl und wolkenverhangen. Die Prognosen weiterhin schlecht. Trotzdem packten wir unsere Sachen und brachen auf.
4 km später kam der 2. Zwangsstop. Wieder das gleiche Symptom an der Zündanlage. Erneut wurde der Unterbrecher eingestellt und beim Festschrauben brach plötzlich ohne Krafteinwirkung die Befestigungsschraube für den U-Kontakt ab. Das Restgewinde steckte in der Zündgrundplatte.
Eine Weiterfahrt war damit unmöglich geworden. Zu allem Überfluß begann es auch noch zu regnen. Also quartierten wir uns wieder in der Pension ein und verbrachten einen weiteren Tag in Cheb. Am Spätnachmittag konnten wir die Garage der Pension nutzen und so machten wir uns an die Reparatur der Schwalbe. Mit viel Glück brachten wir den Gewinderest aus der Grundplatte und bauten einen neuen Unterbrecher ein. Alles exakt eingestellt brachte schon beim ersten Kick den Motor in Schwung. Eigentlich perfekt, dennoch hatte die Reparatur fast 2 Stunden gedauert und die Motivation zu einer Weiterreise hatte sich besonders auch wegen der Schlechtwetterprognose gen Null entwickelt. Wir beschlossen am folgenden Tag heim zu fahren.

  

Sonntag, den 7. Juni 2009 --- 160 km;
Cheb/Eger - Marktredwitz - Kemnath - Creußen - Pegnitz - Betzenstein - Gößweinstein - Ebermannstadt - Kirchehrenbach - Effeltrich - Erlangen 


  

Der nächste Morgen begann mit Dauerregen. Gegen 9:00 Uhr wurde es besser. Es war zwar sehr windig; aber wenigstens trocken. Die Pensionswirtin bereitete uns für 15 Kronen (ca. 60 Cent) pro Person ein Frühstück. Dann ging es wieder ans Packen. Die Kniedecken wurden montiert, die Gepäckrollen vorsichtshalber in Plastiksäcke verpackt und die Schwalben beladen.
Beide Roller sprangen auf den ersten Tritt an. Wir verließen Cheb und fuhren entlang des langen Stausees. Kurze Zeit später passierten wir die Grenze und waren wieder in Deutschland. Was blieb, war das Gefühl in einer völlig anderen Welt gewesen zu sein. Andere Sprache, anderes Geld, andere Menschen. Eigentlich so wie es früher immer bei Auslandsreisen war. Tschechien ist ein schönes Land. Das haben wir in der kurzen Zeit feststellen können. Die Menschen dort wirken allerdings nicht immer sehr zugänglich.
Für den Rückweg brauchten wir fast den ganzen Tag. Permanenter Gegenwind und immer wieder heftige Regengüsse zwangen uns zu mehreren Pausen. Einmal auch, um uns trockene Sachen anzuziehen. Die Regenkleidung hatte nicht mehr gereicht... Erschöpft von der anstrengenden Rückfahrt erreichten wir schließlich Erlangen. Die letzten 60 km sind wir durch die Fränkische Schweiz gefahren. Manchmal kam sogar die Sonne durch.
Wie es sich in den nächsten Tagen zeigen sollte blieb das Wetter unverändert und wir waren froh, unsere Reise etwas früher beendet zu haben als es ursprünglich geplant war. Die Schwalben liefen beide den ganzen Rückweg hervorragend ohne irgendeinen "Mucker"...
Für uns endete damit ein spannendes, abenteuerliches und erlebnisreiches Wochenende.

  


 
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