Nordfahrt
bis Erfurt
Neustadt a.R
Bremen
Duorennen
Heimfahrt

Von Bremen Rekum zum Duorennen nach Emsen

 

Bremen-Rekum - Osterholz-Scharmbeck -  Worpswede - Zeven - Emsen
 

Der Aufenthalt in Bremen war sehr schön, auch wenn mich am Morgen meiner Weiterfahrt das typisch norddeutsche Wetter begrüßte.
Neblig, diesig und Sprühregen!

Eigentlich möchte man da nicht wirklich aus dem Haus gehen. Trotzdem machte ich mich um 6:30 Uhr mit meiner Schwalbe auf den Weg
zum Endziel meiner Reise, das Duorennen in Emsen, ca. 20 km vor den Toren Hamburgs.
Über Osterholz-Scharmbeck und dem kleinen Künstlerort Worpswede ging es Richtung Zeven. In Worpswede war ich als Jugendlicher hin
und wieder zum Schlittenfahren. Richtige Schlittenberge sind ja in Norddeutschland sehr dünn gesät.
Dort jedoch, gab es eine größere Erhebung und so haben viele Schulklassen im Umkreis im Rahmen einer Klassenfahrt einen Winteraus-
flug zum Schlittenfahren nach Worpswede unternommen.

   

Es regnete sich ein und hörte bis Emsen auch nicht mehr auf. Dauernieselregen.Trotzdem genoss ich die Fahrt in der typisch norddeutschen
Landschaft. Schöne schmale alte Alleen, Kühe auf den fetten, grünen Wiesen und reetgedeckte Bauernhäuser in den kleinen Ortschaften.
Über die Straßen zogen sich dichte Nebelschwaden.
Leider wurden seit meiner Abfahrt in Bremen die schleifenden Geräusche aus dem Motor erstmals nun deutlich lauter. Unbehagen kam in
mir auf und plötzlich ging unterwegs dann der Motor aus. Nachdem ich den Motor wieder gestartet hatte, blieb ich kurz danach noch ein zwei-
tes Mal liegen...
Die Zündkerze ´rausgedreht, sauber gemacht und weiter ging es. An den Elektroden waren kleine Metallspäne zu sehen, die zwischen den
Elektroden eine "Brücke bauten" und somit den Zündfunken unmöglich machten. Ein schönes Desaster bahnte sich da seinen Weg...

Schließlich fand ich nach etwas längerem Suchen den kleinen Ort Emsen und die ersten Rennduos drehten bereits ihre Proberunden. Was
für ein verrücktes Spektakel!

Trotz des ungemütlichen Wetters war mein kleines Zelt schnell aufgebaut und mein Gepäck darin verstaut. Eigentlich wollte ich mich nur 5
Min. auf dem Schlafsack entspannen und mich lang ausstrecken; aber erst nach weit über einer Stunde wurde ich wach. Tief und fest war
ich eingeschlafen. Die Fahrt durch den Regen war wohl doch anstrengender als ich dachte.
So richtig Freude kam bei dem Wetter nicht auf. Ich schaute mir die vielen Rennduos an, die inzwischen eingetroffen waren und von ihren
Besitzern den letzten Feinschliff erhielten. Beachtliche Geräte waren dabei.
Abgespeckt auf das Allernotwendigste, um Gewicht zu sparen, wurde alles abgebaut was nicht nötig war. Abenteuerliche Lackierungen und
teilweise noch abenteuerlichere Fahrer/Innen.

Das Schlammloch, das durchfahren werden musste, war frisch mit Wasser befüllt.

   

Eins ist sicher, Wenn ich noch in Norddeutschland leben würde, hätte ich wohl auch ein Rennduo und würde mitfahren!

Klaus aus der Nähe von Köln (eigentlich Sachse) und der spätere Gewinner der Herrenläufe hatte seine eigene Wetterphilosophie:
"Der liebe Gott ist Duofahrer, deshalb wird das Wetter mittags besser." Er musste es ja wissen...

Ein Duoclub aus Detmold war mit 28 Leuten und mehreren Fahrzeugen angereist. Die "Boliden" wurden in aufwändigen Anhängern trans-
portiert. Mittags klarte es dann tatsächlich auf und zu den eigentlichen Rennläufen schien teilweise sogar schon wieder die Sonne.

Dem Duo-Club Emsen gebürt an dieser Stelle ein großes Lob. Alles war perfekt organisiert. Die Rennpiste war gut präpariert. Die Fahrzeug-
ausstellung, das Festzelt mit Verpflegung, die medizinische Versorgung und viele Ersatzteilhändler bildeten das Rahmenprogramm. Es
braucht wohl einige Helfer, um so etwas zu organisieren.
Auf dem Festgelände traf ich den in der Simsonscene nicht unbekannten Doc-Simson und bat ihn doch mal einen Blick auf meine Schwalbe
zu werfen, um die seltsamen Schleifgeräusche zu orten und evtl auch zu diagnostizieren. Das Polrad hatte ich dazu vorher freigelegt.
Aber Doc-Simson stellte kein Höhenspiel an der Kurbelwelle fest und dennoch beschlich mich ein ungutes Gefühl für die Rückfahrt am kom-
menden Tag. Vielleicht verabschiedete sich doch das untere Pleuellager?

Ein Simsonfan fand meine Schwalbe so schön, dass er mir sofort 500 € bot. Als ich dankend ablehnte erhöhte er sein Angebot. Schließlich
war er bei 1.000,- € angelangt. Er erzählte mir, dass er schon lange nach einer guten Schwalbe suche aber keine passende fände.
Nach einem Totalschaden hatte sein Unfallgegner anstandslos den geforderten Wiederbeschaffungswert seiner Schwalbe ersetzt und nun
suchte er mit 1.100,-€ in der Tasche nach einem passenden Ersatz.

Meine gelbe Schwalbe hatte es ihm offensichtlich angetan; aber ich wollte mich von meinem Gefährt nicht trennen. Mit dieser Schwalbe be-
gann schließlich meine Simsonleidenschaft...

   

Nach der Siegerehrung am späten Nachmittag fand abends im Festzelt eine große Disco statt. Die ganzen alten ´Kracher´ waren zu hören
und die Bässe wummerten bis spät in die Nacht. Ein Hit nach dem anderen erklang und manch einer hat mitgesungen. Viele haben getanzt.
Eine sicher wohlverdiente Partystimmung nach den Anstrengungen des Tages.

Die Bierchen am Abend und das Fachsimpeln über schöne Mopeds und sonstige Leidenschaften hatten mich müde gemacht und so ging
ich gegen Mitternacht in mein Zelt. Überall wurde noch gefeiert.

Eines war sicher: Mit meiner Schwalbe hatte ich die weiteste Anreise hinter mir. Trotz der noch immer lauten Musik fiel ich in meinem klei-
nen Zelt rasch in einen tiefen und festen Schlaf.

Abzüglich der Pausen waren auch diese 130 km in ca. 3 Std. Fahrtzeit geschafft.

                                                                                                                                                                   die Heimfahrt
 

 

   

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