MZ
ES 150/1
ETZ 150 Enduro
ES 175/1
TS 250/1
ETZ 250
ETZ 250 A
Winteremme

MZ ES 175/1 die "Rundlampe" (ES = Einzylinder Schwinge)


1956 erschien als wirtschaftlicheres Gegenstück zur MZ ES 250 die MZ ES 175. Der geschlossene Einrohrrahmen
entsprach dem damaligen neuesten Stand der Technik. 175 cm³ und 12 PS entlockten dem Motor eine Höchstge-
schwindigkeit von 100 km/h und machten damit die MZ ES 175 zu einem Verkaufsschlager in der damaligen DDR.
Im Unterschied zur größeren 250 cm³ starken Variante unterschied sich die ES 175 darin, dass die Seitendeckel und
die hinteren Packtaschen vom großen Modell nicht übernommen wurden. Auch die Blinker fehlten noch, da diese erst
ab dem Baujahr 1962 vorgeschrieben waren.

Das Nachfolgemodell, die MZ ES 175/1 war dann neben anderen Optimierungen auch mit Blinkern an den Lenkeren-
den ausgerüstet. Der Preis für die MZ ES 175 betrug 2.865,- Ostmark. Nach Ende der Produktion 1967 waren insge-

samt 46.086 Motorräder diesen Typs vom Band gelaufen.
Das hier abgebildete Motorrad ist mit dem Viergangmotor der ES 250/1 ausgerüstet. Das geänderte Kurbelwellen-
hauptlager und die geänderten Pleuellager ermöglichen nun ein Öl-Benzinmischungsverhältnis von 1:33. Schon im
niedrigen Drehzahlbereich liegt ein erfreuliches Drehmoment vor und so beschleunigen 16,5 PS das Motorrad auf
118 km/h Höchstgeschwindigkeit bei liegendem Fahrer und ohne Kniebleche.

Neben dem sehr guten Schwingenfahrwerk wurde auch die Geräuschdämmung der Auspuffanlage in den Fachzeit-
schriften hoch gelobt. Lediglich der Benzinverbrauch bei Volllast von über 6,5 Ltr./100 km wurde kritisiert und als ver-
besserungswürdig eingestuft.
Nachteilig ist auch die geringe Bodenfreiheit von Endschalldämpfer und Fußbremshebel, die in sportlich gefahrenen
Rechtskurven gerne mal Kontakt mit dem Straßenbelag aufnehmen.

Die MZ ES-Baureihe wird im Volksmund oftmals auch als "Eisenschwein" bezeichnet. Wer die ca. 150 kg Leergewicht
und den ungedämpften, direkt mit Rahmen und Unterzug verschraubten Motor incl. der dadurch vorhandenen Vibra-
tionen bis in die Fingerspitzen gespürt hat, kann die saloppe Bezeichnung nachvollziehen.

      

Alles an der MZ ES-Baureihe ist sehr solide gebaut. Plastikteile sind kaum vorhanden. Da die Produktion von Anfang
an auf eine hohe und langlebige Nutzungsdauer ausgelegt wurde, sind die einzelnen Baugruppen einfach und logisch
aufgebaut. Somit kann das Motorrad auch von ungeübten 'Schraubern' mit geringem technischen Sachverstand relativ
einfach gewartet und repariert werden.

     

Mit Einführung der MZ ES 250/1, die optisch nur unwesentlich anders aussah als die ES 175, festigte MZ ab 1961 die
überdurchschnittlichen Eigenschaften der Motoren. Zusammen mit den großen motorsportlichen Erfolgen nahm die
Produktion enorme Ausmaße an und machte MZ-Motorräder auch im westlichen Ausland populär.
Diesem Erfolg ist es zu verdanken, dass sich MZ in dieser Zeit zu Europas größtem Motorradhersteller entwickelte.

 


   

 
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