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Nachbereitung

Nachbereitung

 

Als feststand, dass wir zu viert nach Nicaragua reisen wollen, haben wir ein Jahr lang vorher monatlich einen Nica-
raguastammtisch beim Italiener um die Ecke durchgeführt, um uns auf das Land und unser Vorhaben vorzubereiten.

Zwischenzeitlich wurde die Gruppe mal größer, weil sich mehr Interessenten meldeten, die aber dann letztendlich
doch wieder abgesprungen sind. Wir haben von Anfang an offen miteinander über mögliche Schwierigkeiten, die
unter uns auftreten könnten, kommuniziert. Es ist natürlich eine ganz andere Situation (auch wenn man sich gut
kennt) wenn man plötzlich wochenlang von morgens bis abends zusammen ist.

Eine ganz wichtige Entscheidung war für uns, dass wir vom ersten Tag an eine gemeinsame Kasse für alle Ausga-
ben wie Übernachtung, Essen, das Bier am Abend usw. hatten. Einer in unserer Gruppe war quasi der „Finanzmi-
nister". Es war uns egal, ob einer mal ein Bier mehr trinkt als der andere oder sein Essen vielleicht etwas teurer ist
als das eigene. Dafür isst man dann auch mal ein Eis oder kauft sich Obst, wenn der andere das nicht macht.
Das stellte sich bei allen unseren Unternehmungen als eine sehr gute Entscheidung heraus, denn wir haben nie,
an keinem Tag, uns mit der Hin- und Herrechnerei von Geldbeträgen beschäftigt.
Selbst als unser „Finanzminister“ mal unglücklicherweise im Eifer des Gefechtes abends an einer Busstation sei-
ne Geldbörse mit Visacard und 250 Dollar Gemeinschaftsgeld verloren hatte, haben wir zusammengehalten und
den Schaden durch 4 geteilt. So war der Schaden für jeden überschaubar und der "Pechvogel" wurde nicht un-
nötig belastet. Die Visacard haben wir augenblicklich per Notfallnummer sperren lassen. Wenn die Kasse leer
war, wurde sie von jedem wieder mit gleich hohem Betrag aufgefüllt.

Die zweite wichtige Entscheidung war, dass jeder, ohne nähere Erklärungen abgeben zu müssen, immer die
Möglichkeit hatte auch mal allein etwas zu unternehmen. Diese beiden Vereinbarungen wurden zu keinem
Zeitpunkt in Frage gestellt. Ganz im Gegenteil, die haben uns sogar enger zusammenrücken lassen. In den
ganzen Wochen kam es so nie zu irgendeiner schwierigen Stimmung. "Einer für alle, Alle für einen."
Ich würde das jederzeit wieder genauso handhaben.

    

Da sich bei solch einer Reise für manch einen vielleicht die Fragen stellen:

a) Welche formalen Reisevorbereitungen sind notwendig?
b) Was sollte man in seinen Rucksack packen?
c) Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

 

kann ich auch dazu vielleicht ein wenig Auskunft geben.

Reisevorbereitung:
Da es heutzutage kein Problem mehr ist (Internet) an aktuelle Informationen zu kommen, empfiehlt es sich die „Aktu-
ellen Reisewarnungen und Sicherheitshinweise“ auf der Website des Auswärtigen Amtes öfter mal zu lesen.
Die derzeitige Infektionsmöglichkeit mit dem Zikavirus muss jeder selbst beurteilen. Bei schwangeren Frauen wird
wegen möglicher Mißbildungen des Fötus derzeit abgeraten, in die betroffenen Länder zu reisen.
Ansonsten braucht man neben einer Tetanusimpfung auch eine Impfung gegen Hepatitis A und B. Das sind zwei
Impfungen, die spätestens ca. 6 Wochen vor der Reise erledigt sein sollten.
Eine Malariaprophylaxe haben wir nur in Form einer „Standby-Therapie“ vorgenommen. Das bedeutet, dass man
vorsorglich Medikamente dabeihat, die eingenommen werden, sobald Malariasymptome auftreten.
In der „Bordapotheke“ waren ansonsten noch: Mückenspray, eine Jodsalbe zur Wunddesinfektion, Pflaster und Ver-
bandszeug, Pinzette, Nagelschere, Tabletten gegen Durchfallerkrankungen, Schmerztabletten und natürlich ein
Breitbandantibiotikum für ganz schlimme Fälle.

 

Was sollte im Rucksack dabei sein?
Ideal ist ein 80 ltr. Rucksack z.B. von der Firma Deuter o.ä. Wichtig ist, dass der Rucksack kein hohes Eigengewicht
hat, über ein stabiles, verstellbares und gepolstertes Rückenelement verfügt, die Gurte und Gurtschlösser ebenfalls
verstellbar und so stabil sind, dass die nicht gleich auseinanderbrechen, wenn man da mal drauftritt.
Der Rucksack sollte von seinen äußeren Abmessungen stramm zu packen sein. Besser einen kleineren nehmen,
als man eigentlich vorhat. Das hilft ungemein dabei, auch wirklich nur das Wichtigste mitzunehmen. Wichtig ist na-
türlich auch ein gültiger Reisepass und die notwendigen Reisedokumente (Flugticket etc.)

Da ich von meinen 4 Jakobswegen der letzten Jahre schon Erfahrungen sammeln konnte, was man wirklich benö-
tigt, wenn man wochenlang mit dem Rucksack unterwegs ist, schreibe ich anbei mal meine Packliste auf.
Grundsätzlich empfiehlt es sich Funktionskleidungzu tragen. (Riecht bei längerem Tragen nicht so schnell und
trocknet sehr gut) zu tragen. Muss aber nicht sein:

- 1 leichter Schlafsack
- 2 Trekkinghosen (eine, die sich auch zu einer kurzen Hose ´umbauen´ lässt)
- 1 Gürtel
- 3 Unterhosen und 1 Badehose
- 2 Kurzarm und 1 Langarm-T-Shirt
- 2 Kurzarmhemden (bügelfrei)
- 1 leichte Jacke
- 1 Regenponcho oder kleinen Regenschirm
- 2 Paar Wandersocken
- 1 Paar knöchelhohe bequeme Bergstiefel
- 1 Paar Sandalen
- 1 Moskitonetz für den Schlafsack (hab ich nur 1x gebraucht)
- 1 Kompass (hab ich nie gebraucht)
- 1 Taschenmesser
- 1 Rolle Klopapier (man weiß ja nie!!, Wundabdeckung, Nase putzen etc.)
- 1 einfache Halbliter Plastikflasche für Wasser
- 1 Waschseife zum Wäschewaschen (tägliche Handwäsche ist angesagt)
- 1 Kulturbeutel mit den üblichen Utensilien und Sonnenschutz
- 1 Funktionshandtuch zum Abtrocknen und für den Strand
- 1 Kopfbedeckung
- Fotoapparat und Taschenlampe
- was zu lesen (am besten ein E-Book wegen des Gewichtes)
- Reiseliteratur
- Landkarte und/oder GPS-Karte auf dem Smartphone,
- kleines Wörterbuch
- 5m Paketschnur und 10 Sicherheitsnadeln (als Wäscheleinen- und Wäscheklammerersatz)
- Brustbeutel o.ä. für Geld und Dokumente (es empfiehlt sich, eine Fotokopie des Reisepasses und der Dokumen-
  te zusätzlich noch an anderer   Stelle aufzubewahren, falls die Originale verloren gehen. Auch das Geld sollte an
  mehreren Stellen am Körper oder im Rucksack verteilt auf  bewahrt werden.)

 

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit einem elektrischen Insektenstift gemacht. Der funktionierte einwandfrei.

Faustformel: Der Rucksack sollte max. 10% des Körpergewichtes plus/minus 2kg haben. Alles andere ist auf lan-
gen Strecken sehr anstrengend.

    

 

Mit welchen Kosten ist zu rechnen? (Alle Preisangaben sind aus dem Jahr 2016/17)
Das Teuerste auf unserer Reise war das Flugticket. Man muss dafür so ungefähr 750 - 1.000 € rechnen.
Ansonsten haben wir für 4 Wochen zusätzlich jeder etwa 1.200 - 1.300 € für alles andere gebraucht. Wir waren im-
mer in Hotels/Zimmer mit Dusche untergebracht, sind 1-2x pro Tag essen gegangen (wenn z.B das Frühstück oder
Abendessen nicht im Übernachtungspreis mit inbegriffen war) und haben alle sonstigen Kosten (Fahrpreise,
Dschungelführungen, das Bier am Abend, die Getränke tagsüber, das kleine Essen zwischendurch etc.) ebenfalls
davon bestritten.

Alles in allem beliefen sich für uns also die Kosten für eine 4-wöchige (Abenteuer-)Reise auf ca. 2.200 - 2.300 €
pro Person. (Unser Flugticket hat 1.000 € gekostet)

Aus meiner Sicht also durchaus erschwinglich, wenn man so etwas mal machen möchte und sich überlegt, was man
dafür bei einer organisierten Reise durch einen Reiseveranstalter bezahlen müsste.
Wer bei den Übernachtungen und Essen günstiger einsteigen möchte: Alles darunter ist auch möglich und würde
die Kosten nochmal deutlich senken. Allerdings geht das manchmal dann auch an die Grenze des Erträglichen,
besonders was die hygienischen Verhältnisse angeht.

Die Unterkünfte haben wir immer einen Tag im Voraus gebucht. Internet über Wlan gibt es, bis auf den Dschungel,
auch in Nicaragua in fast allen Hotels, Restaurants und Bars kostenlos.

 

Preisbeispiele:
- Eine Taxifahrt egal wohin im Stadtgebiet kostet ca. 50 Cent bis 1 € pro Person. (Die Taxen sind technisch oft in
  katastrophalem und unvorstellbarem Zustand).
- 100 km Busfahrt kosten ca 1 - 2 € pro Person
- eine 6-8 stündige Dschungeltour 7-8 € pro Person
- ein Rindersteak mit Beilagen ca. 6-8 € pro Person (man beachte jedoch immer die evtl. nicht vorhandene Kühl-
  kette. Besser gut durchgebraten.  Alles andere ist ein Risiko
                  

 

Von unserer Seite war die Reise nicht minutiös durchgeplant. Wir hatten nur grobe Vorstellungen von dem, was
wir sehen wollten und welche Landesteile wir bereisen wollten. Es ist natürlich von großem Vorteil, wenn wenig-
stens einer ein wenig Sprachkenntnisse besitzt. Mit Englisch kommt man dort überhaupt nicht weiter!!!

Hilfreich ist es auch, wenn man vielleicht in dem Land sogar den ein oder anderen Kontakt hat. Letztendlich ha-
ben uns aber Offenheit, Freundlichkeit und das grundsätzliche Interesse an den Menschen und dem was sie tun,
Türen zu Dingen geöffnet, mit denen wir wirklich nicht gerechnet hatten.

                                                                                                                                  hier geht's zu den Reiseberichten

 

 

 

 
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