Nordfahrt
bis Erfurt
Neustadt a.R
Bremen
Duorennen
Heimfahrt

Von Erfurt nach Neustadt am Rübenberge

 

Erfurt - Mühlhausen - Duderstadt - Northeim - Einbeck - Hameln - Neustadt am Rübenberge

Ausgeruht ging es am nächsten Morgen um 06:45 Uhr weiter. Ein kurzes Frühstück und bei strahlendem Sonnenschein verließ ich Erfurt.
Leider hatte ich versäumt zu tanken und natürlich ist es dann immer so, dass weit und breit keine Tankstelle mehr in Sicht kommt...
Zum Glück waren die 2 ltr. Reservebenzin im Tankrucksack, was mich enorm beruhigte. Irgendwann kam sie dann doch die ersehnte Tank-
stelle, und nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter über Bad Langensalza nach Mühlhausen. Danach wurde es dann richtig ungemüt-
lich. Denn geich hinter Mühlhausen verschwand die Sonne, der Himmel verdunkelte sich und es sah nach einem bedrohlichen Gewitter
aus. Der Platzregen setzte so schnell ein, dass keine Chance mehr bestand die Regensachen noch rechtzeitig überzuziehen.
Innerhalb von Sekunden war ich patschnass.
Kräftige Blitze zuckten rechts und links neben mir vom Himmel und der unmittelbar folgende Donner grollte, als wäre er direkt neben mir.

Ich flog mit meiner Schwalbe über die Landstraße und dachte über die Vorteile eines Faradayschen Käfigs nach. Hoffentlich passiert jetzt
nichts...
Etwas mulmig war mir schon zumute und ich hoffte, dass jetzt bloß nicht die Zündung aufgibt. Als in einer Senke ein kleines Gasthaus mit
einem leerstehenden Carport in Sicht kam, war die erste Zwangspause angesagt. Der Erdbeerverkäufer, der am Straßenrand stand, staunte
und verfluchte mit wilden Gesten das Wetter. Seine Erdbeeren schwammen inzwischen in seinen Körben.

Ich bot ihm meine Hilfe beim Zusammenräumen an; aber er beurteilte seine Lage inzwischen als hoffnungslos. Als die Besitzerin des Car-
ports mich entdeckte, zog sie etwas missmutig die Augenbrauen hoch, hatte dann aber doch Erbarmen, zumal ich ihr beim Ausladen der
Einkäufe half.

  

Wer die Vorteile einer Kniedecke für die Schwalbe kennt, weiß diese zu schätzen. Sekundenschnell war die an meiner Schwalbe befestigt.
Über die nasse Lederjacke zog ich eine Regenjacke, die mich erstaunlicherweise etwas aufwärmte.
Die Gepäckrolle wurde zusätzlich in einer großen blauen Mülltüte verstaut und nach einer dreiviertel Stunde ließ der Regen endlich nach
und ich machte mich daran, meine Reise fortzusetzen. Leider dauerte es nicht lange und es schüttete wieder aus "allen Kübeln".

In einer der nächsten Ortschaften bot mir eine überdachte Bushaltestelle kurzfristig Schutz. Als es wieder etwas aufklarte ging es weiter.
Insgesamt erwarteten mich bis zum 2. Etappenziel noch gute 100 km Regenfahrt immer begleitet von der Sorge, dass die Elektrik aufgrund
der Nässe nicht schlapp macht.

Erst in Northeim klarte der Himmel wieder etwas auf. Zeit für eine lange Pause auf dem Marktplatz und eine heiße Bratwurst vom Stand. Ich
wusste gar nicht, wie lecker so eine Bratwurst schmecken kann!
Leider hatte der Regen meine DigiCam erwischt. Ein letztes Foto am Bratwurststand und mit einem letzten Blinken hauchte sie ihr Lebens-
licht endgültig aus.
Northeim ist ein schönes Städtchen am Fuße des Harzes. Die Innenstadt wird von alten Fachwerkhäusern geprägt. Wenn das Wetter nicht
so ungemütlich gewesen wäre, hätte sich ein längerer Zwischenstopp sicher gelohnt. So allerdings ging es nach einer guten Stunde Pause
weiter über Lindau und Springe, Richtung Steinhuder Meer westlich von Hannover.

  

Das zweite Etappenziel war der Besuch einer langjährigen Freundin in Bordenau, ein kleiner hübscher Ort in der Nähe von Neustadt am Rü-
benberge. Müde und erschöpft erreichte ich am späten Nachmittag mein Ziel und wurde schon freudig erwartet.
Im Gästezimmer konnte ich meine Sachen zum Trocknen ausbreiten. Die Sonne schien inzwischen wieder mit voller Kraft so, als hätte es die
zurückliegenden, nassen Stunden gar nicht gegeben. Seltsamerweise hatte es im Raum Hannover überhaupt nicht geregnet.

Es wird ja immer vom ´Wetterloch Harz´ geredet. Nach der heutigen Fahrt konnte ich dem nur zustimmen, auch wenn ich den Harz nur an sei-
nem Westrand gestreift hatte. Nach einem heißen Kaffee kehrten die Lebensgeister zurück.
Die Nacht wurde lang, denn es gab viel zu erzählen.

Am nächsten Tag erwartete mich nur eine kurze Etappe und so blieb etwas mehr Zeit, um den Aufenthalt in Bordenau zu geniessen.
Abzüglich der Regenpausen waren die 278 km in etwas mehr als 6 Std. Fahrtzeit geschafft. Auch nach dem 2. Tag hatte das lange Sitzen auf
der Schwalbe seine Spuren hinterlassen. Alles tat weh...

 

                                                                                                                                      weiter geht's nach Bremen Nord
 

 

   

 

 

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