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Ometepe

   

    

Die Insel, die von einem aktiven und einem erloschenem Vulkan gebildet wird und die Form einer 8 hat, ist die
größte Vulkaninsel der Welt in einem Süßwassersee. Etwa 40.000 Menschen, Nachfahren der Nahua-Indianer, le-
ben dort, die auf dem äußerst fruchtbaren Vulkanascheboden überwiegend Landwirtschaft betreiben.
Wie im restlichen Land, ist auch auf Ometepe über 50 % der Bevölkerung unter 18 Jahre alt und es herrscht große
Arbeitslosigkeit. Eine Hoffnung für die Inselbewohner ist da der Tourismus, der sich in den letzten Jahren immer
weiter entwickelt hat.
Die unzureichende medizinische Versorgung und auch die fehlende flächendeckende Versorgung mit Trinkwasser,
stellt die Bevölkerung auch heute noch vor große Probleme und so sieht jeder zu, dass er irgendwie mit ein wenig
Landwirtschaft, Taxifahren, Servicediensten im Tourismus u.ä. die Familie und sich einigermaßen über Wasser hält.
Wer es sich leisten kann, hat ein kleines Boot um zusätzlich ein paar Fische als Nebenverdienst zu fangen.

    

Bei der Überfahrt mit der kleinen, stark in die Jahre gekommenen Fähre, heben sich markant die beiden Vulkane ab.
Besonders der „Concepción" ist mit seinen über 1.600 m Höhe immer noch regelmäßig aktiv. Der letzte Ausbruch
war erst 2010 und die Menschen erzählen, dass der Vulkan jedes Mal ein wenig höher wird.
Nicht auszudenken was auf der Insel los wäre, wenn aufgrund eines Ausbruchs die Bewohner mal mit den kleinen
Fähren evakuiert werden müssten. Da geht nicht viel und die Überfahrt dauert gut eine Stunde…

    
Wie inzwischen gewohnt, waren wir auch auf Ometepe mit dem Bus unterwegs, der uns nach einstündiger Fahrt
mitten auf der Landstraße absetzte. Der Busfahrer deutete mit den Händen auf einen staubigen Feldweg, an dessen
Ende angeblich unser Hotel liegen sollte und wir machten uns mit unseren Rucksäcken auf den Weg.
Er hatte Recht, denn 20 Minuten später erreichten wir unser Ziel, bezogen ein kleines Zimmer mit Blick auf den See
und ich ging schwimmen.
Der See hatte allerdings gefühlte 27 Grad… Eine wirkliche Erfrischung bei inzwischen über 30 Grad Außentempe-
raturen, sieht anders aus.
Im Januar geht in Nicaragua der Sommer los und mit jedem Tag wurde es nun wärmer. Auf Ometepe sind viele jun-
ge Backpacker unterwegs. Besonders die Ostküste der Insel hat einen ganz besonderen Reiz und erinnert stark an
Strände der Karibik mit ihren Kokospalmen und langen Sandstränden. Der ständig wehende kräftige Wind peitscht
das Wasser auf und treibt es in teilweise großen Wellen an den Strand. Ein tolles Naturschauspiel.

    

Es ergab sich die Möglichkeit eine kleine Dschungelwanderung zu einem Wasserfall am Fuße des erloschenen Vul-
kans „Maderas“ zu unternehmen. Auf dem sehr anstrengenden Weg dorthin, auf schmalen steinigen Pfaden, kletter-
ten wir den Fuß des Vulkans empor. Gefühlt war es der bisher heißeste Tag und wir mussten uns mehrmals setzen,
um wieder Luft zu bekommen.
Und da hab ich ihn wieder gesehen: Den blauen, schillernden Morpho peleides (Großer Morphofalter oder auch
Himmelsfalter) mit einer Flügelspannweite von bis zu 12 cm!
Und nein, ich bin kein Schmetterlingsammler; aber den kennt wohl jeder und er ist auch nicht zu übersehen. Fliegt
gemächlich und kraftvoll besonders entlang von kühlen Flüssen und Wasserläufen. So auch hier. Dreimal hab ich
ihn nun in den letzten Wochen auf unserer Reise gesehen und es nicht einmal geschafft, ihn zu fotografieren.

    

Vollkommen durchgeschwitzt und komplett am Ende unserer Kräfte erreichten wir nach einer gefühlten Ewigkeit
den „Wasserfall von San Ramon“. Aus 50 m Höhe, ergießt sich das Wasser über eine bemooste Felswand in ein
flaches Becken. Die Gischt, die einem dabei entgegenweht war herrlich erfrischend und so war der Rückweg durch
den Dschungel, nach einer guten Stunde Aufenthalt, dann auch bedeutend angenehmer.

    
Auf dem Rückweg in unser Hotel, genehmigten wir uns noch bei einem Straßenhändler einen fruchtig cremigen,
leckeren Ananas-Kokos-Cocktail mit einem ordentlichen Schuss Nicaraguarum, direkt aus der frisch aufgeschlage-
nen Kokosnuss serviert. Nach dem Zweiten habe ich nichts mehr gebraucht…

Da es im ganzen Land immer wieder große Waldflächen gibt, die unter Naturschutz gestellt wurden, eine positive
Entwicklung wie ich findehaben wir uns auch auf Ometepe einen Naturpark angesehen, um ein letztes Mal die
Natur zu geniessen und u.a. auch Brüllaffen in freier Wildbahn zu erleben.
Wenn man sich einigermaßen leise verhält und den lauten, markanten Schreien folgt, kann man sogar welche ent-
decken. Brüllaffen kommen in ganz Mittelamerika vor und man sagt, je lauter die Männchen Schreien, desto kleiner
sind ihre… naja, lassen wir das. Zumindest stand das so mal in der Süddeutschen Zeitung.

       

Die Abreise aus Ometepe verlief dann noch etwas holprig. Zum Glück hatten wir einen Tag als Puffer eingeplant, da
wir ja noch eine Tagesreise entfernt von unserem Flughafen in Costa Rica entfernt waren und evtl. etwas dazwi-
schen kommen könnte. Leider kam es auch so.
Morgens am Fährhafen auf Ometepe angekommen, sagte man uns, dass die Fähre wegen Sturm an dem Tag nicht
auskäuft. Ich hab den ganzen Tag keinen Sturm gesehen… aber was soll's, wir mussten also im Fährhafen auf den
nächsten Tag warten und hoffen, dass die Fähre am nächsten Morgen fährt.

Um 4 Uhr früh standen wir dann mit einigen hundert anderen Fahrgästen vor dem Ticketschalter am Hafen. Wenn,
wie angekündigt wurde, um 7 Uhr nur eine Fähre fahren sollte, dann könnte es platzmäßig jetzt sehr sehr eng wer-
den. Es waren deutlich mehr Menschen da, als auf der Fähre jemals Platz finden würden. Nach 2,5 Stunden ging
der Kartenverkauf los. Ein Geschiebe und Gedränge setzte ein und als ich nach einer gefühlten Ewigkeit vor dem
Fahrkartenschalter stand, um endlich die begehrten Tickets zu bekommen, ging plötzlich die Jalousie runter und
das war's. Ich konnt es kaum glauben.

    

Die Fähre war hoffnungslos überfüllt. Nichts ging mehr und ich hatte keine Karten für uns vier bekommen. Am Ende
ging dann doch alles gut
und wir haben eine Stunde später eine zweite Fähre erwischt. Hätte man uns ja auch sa-
gen können, dass der Fährbetrieb an dem Tag wieder normal lief...
Am Festland angekommen, machten wir uns auf den Weg zurück über die Grenze nach Costa Rica, um rechtzeitig
unseren Rückflug nach Deutschland zu erwischen.

    

Als ich wieder daheim angekommen war, die 3.500 Fotos sortiert und die ca. 50 Filme von unnötigem Ballast befreit
hatte, wurde mir klar, dass es eigentlich einen zweiten Teil der Reise geben müsste. Dann sollte es von der Pazifik-
küste quer durch das Land an die Karibikküste im Osten gehen.
Je weiter man dann kommt, desto tiefer dringt man wieder in unbewohnte Dschungelgebiete vor und könnte u.a.
auch die zweifelhaften Goldminen im Norden und die Inselgruppe in der Karibik, die "Corn Islands" besuchen.

 

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