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Saorge - in den französischen Seealpen

 

     

Das Abspülen meiner verstaubten Textiljacke unter der Dusche war keine gute Idee. Zwar hatte ich grob die
Schmutzschicht entfernt, was aber viel schlimmer war, die Feinanteile im Staub hatten sämtliche Textilporen ver-
schlossen. Ab sofort war ich also in meiner Jacke luftdicht verpackt. Auf der anderen Seite hätte ich mit solch einer
verstaubten Jacke auch kein Café mehr betreten können ohne kritische Blicke zu ernten.

     

Nach der Nordtour war uns nach einer kleinen Erholungspause und so schlug Helmut vor, die französischen See-
alpen zu besuchen. Von einer früheren Reise kannte er bereits den kleinen Ort Saorge in der Region von Nizza.
Also packten wir nach dem Frühstück erneut unsere Sachen, tankten und machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg.
Da ich in mein Navi kurvige Straßen und Höhenmeter in dreifachem Schwierigkeitsgrad eingeben kann, gaben wir
eine Strecke in Stufe 3 ein und vertrauten dem Gerät, uns sicher ans Ziel zu bringen. Wie sich zeigte, war das ge-
nau die richtige Entscheidung. Denn bereits kurz nach Vessalico verschlug es uns auf schmalsten Sträßchen sofort
hoch in die Berge.

     

Ein Genuß für jeden Kurvenfreund, denn wir sind gefühlt 1,5 Std. ohne irgendeine einzige Gerade gefahren und das
bei fast keinem Verkehr. Man konnte meinen, wir waren allein unterwegs. Wie es typisch für Italien ist, kamen wir an
wunderschönen alten Bergdörfern vorbei, die wie gemalt am Hang klebten und es war uns ein Rätsel, wie früher das
erforderliche Baumaterial in die teilweise nur schwer erreichbaren Gegenden transportiert wurde.
In einer kleinen Ortschaft genehmigten wir uns einen Capuccino überquerten die Grenze nach Frankreich und er-
reichten gegen Mittag das mittelalterliche Saorge.

     

Der schöne kleine Ort befindet sich direkt am Hang des Royatals und besticht durch sein sehenswertes Panorama,
das unmittelbar hinter einer Kurve plötzlich auftaucht. Saorge ist umgeben von Olivenbäumen und man erreicht den
Ort über schmale Serpentinen, die sich den Hang emporwinden.
Da der Ort mit seinem mittelalterlichen Charme und den schmalen verwinkelten Gassen nicht für Fahrzeuge geeig-
net ist, muß man diese am Ortseingang abstellen. Teilweise sind die kleinen Gassen nur über Stufen erreichbar und
tunnelartig von den alten Häusern überbaut.
Als Neuling könnte man sich mühelos verlaufen. Wenn es den Zauber des Mittelalters je gab, war er hier spürbar.
In einem kleinen Restaurant, am Dorfplatz kehrten wir ein und gönnten uns ein leckeres Mittagessen: Tortellini in
feiner Trüffel-Kräutersoße.

     

Die Rückfahrt nach Vessalico erfolgte analog der Hinfahrt, nur eben in entgegengesetzter Richtung. Die Route war
klasse. Steile Haarnadelkurven führten durch kleine Ortschaften und es reihte sich Kurve an Kurve, dass man fast
seekrank werden konnte. Unsere Motorräder spulten die Kilometer locker ab und ohne irgendeine Panne erreichten
wir am Spätnachmittag wieder unsere Unterkunft in Vessalico.
Da am folgenden Tag die Südroute der LGKS geplant war, baute Günter seine GS abends auf ein 14er Ritzel um,
und machte sie damit noch agiler. Das dies die richtige Entscheidung war, bestätigte sich am nächsten Tag, der so
ganz anders verlief, als es ursprünglich geplant war.

     
 

                                                                                                                                                                               die Südroute

 

 

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