LGKS
wie es begann
Vorgeschmack
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wie alles begann...

 

   

Genau genommen fing alles an, als in kleiner Runde sinniert wurde, die Ligurische Grenzkammstraße (LGKS) ein-
mal zu fahren. Bis dahin hatte ich noch nie etwas davon gehört. Da für 2017 noch weiter keine Motorradtouren ge-
plant waren, war die Sache schnell ausgemacht und wir stiegen in die genaueren Planungen ein.
Die LGKS verläuft als alte Militärstraße entlang der französisch/italienischen Grenze und bemisst auf losem Unter-
grund eine befahrbare Länge von insgesamt 63 Kilometern. Ein Großteil der Strecke bewegt sich in Höhen über
2.000 m ü.n.N und überquert mehrmals die Grenze zwischen Frankreich und Italien, was wohl daran liegt, dass der
Grenzverlauf vor 1947 teilweise anders war als es heute der Fall ist. Kurzum:
Eine hochalpine Straße über 60 km auf der nur wenige Menschen zu Fuß unterwegs sind. Eine Strecke, die aller-
dings einem Motorradfahrer auf den langen und unbefestigten Strecken, abseits jeglicher menschlicher Siedlun-

gen, teilweise erhebliche physische und psychische Belastungen abringt.

     

Bei unserem letzten Vorbreitungstreffen, wurden die Jobs verteilt: Helmut (Fahrer einer Yamaha DT 175) war unser
Smutje und für das leibliche Wohl verantwortlich. Entsprechend hat er eingekauft…
Günter (Fahrer einer umgebauten MZ TS 150 zu einer GS), war zuständig für die notwendige Ersatzteilversorgung.
T
homas (Fahrer einer MZ TS 250/1 A in Irakausführung) war für die Getränke und Reisebuchung zuständig. Meine
Aufgabe bestand darin, 
das nötige Werkzeug mitzunehmen. Vom 1/2zoll-Nusskasten bis zum Akkuschlagschrauber,
war alles dabei. Mitgenommen habe ich meine MZ ETZ 250 A 'NVA'.

So stand ich also 5 Tage vor der Abreise in meiner Werkstatt, als Thomas mir mitteilte, dass er sein Moped auf ein
16er Ritzel umbauen wolle und ob er mir auch gleich eines besorgen soll. Eigentlich hatte ich keine Lust mehr auf
weitere Schraubereien, nachdem ich bereits die Telegabelfedern gegen Gespannfedern getauscht und neue Ga-
belsimmerringe verbaut hatte. Jetzt auch noch das Ritzel tauschen und schwarze Kettenschmiere an den Händen,
ich konnte mir wirklich etwas besseres vorstellen...

     

Aber manchmal kommt es anders als man denkt, da bei genauerem Betrachten meiner Kettenschläuche sich die
Frage nicht mehr stellte. Der untere Schlauch war komplett an einer Falz gerissen und somit mußten vorher noch
neue her. Damit war dann natürlich auch der Ritzeltausch entschieden. Also wurde von einem 19er auf ein 17er Rit-
zel und eine kürzere Kette umgerüstet. Im Nachhinein war ich froh, dass ich diesen Tausch noch vorgenommen hat-
te, denn was uns erwartete, entzog sich bis dahin komplett meiner Vorstellungskraft.

Die Anfahrt zu unserem Stützpunkt, 1.000 km von Nürnberg entfernt im 280 Einwohner zählenden Ort Vessalico,
verlief problemlos. 12 Std. Fahrt durch die Schweiz über den San Bernhardinopass und ein regelmäßiger Fahrer-
wechsel machten es möglich, dass wir irgendwann nachts, westlich von Genua unter Palmen eine kleine Strand-
promenade erreichten und unseren Wagen mit den Mopeds 
direkt am Mittelmeer parkten.

     

Das Rauschen des Meeres, ein Bierchen am Strand und die Erschöpfung nach der langen Fahrt sorgten für einen
erholsamen, wenn auch kurzen Schlaf im Auto, und der Tagesanbruch am nächsten Morgen überraschte uns mit ei-
nem stimmigen Sonnenaufgang am Meer.

Früh um 7 Uhr ging es weiter, die restlichen 30 km bis zu unserem kleinen hübschen Reihenhausapartment, das für
die nächsten Tage unser Domizil sein sollte. Beziehen konnten wir es aber erst um 15 Uhr und so verblieb uns noch
sehr viel Zeit, die wir für einen ersten Ausflug nutzen konnten.

Schnell waren also nach unserer Ankunft die Mopeds vom Hänger geladen und bevor ich mich versah, stand Tho-
mas 
mit seiner ´Irak' bereits blau qualment und knatternd neben mir und es begann somit erstmal zu zweit der erste
abenteuerliche Tag…

                                                                                                                                                              ein erster Vorgeschmack



 

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