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Wie stelle ich mit einfachen Mitteln bei dem M53 / M53/1 (Gebläsemotor)

1,5 mm bzw. bei dem M531 / 541 1,8 mm vor OT ein?


Folgendes Werkzeug wird benötigt:

  1. Spann- bzw Halteband wie es auch zum Ölfilterwechsel am PKW verwendet wird,
  2. Polradabzieher,


  3. ein gekröpfter 17er Ringschlüssel für die Polradmutter (auf dem Kurbelwellenstumpf),
  4. ein gekröpfter 19er Ringschlüssel für die Schraube am Polradabzieher,
  5. eine Schieblehre (oder besser noch: eine Messuhr),
  6. eine Fühlerlehre,
  7. evtl. eine kleine LED-Taschenlampe um den Unterbrecherabstand besser kontrollieren zu können.

Achtung: Beim Abziehen des Polrades darauf achten, dass die kleine Tellerfeder (auch Halbmond genannt) am Kurbelwellenstumpf, die zum Fixieren des Polrades dient, nicht versehentlich verloren geht.

  • Zunächst wird die Schieblehre in das Kerzenloch eingeführt.
  • Kolben in den OT bringen und auf dem Polrad und am Motorgehäuse einen Strich anbringen.
  • Im OT entnehmen wir die Schieblehre und schieben sie 1,5 (bei den alten Motoren) bzw. 1,8 mm (bei den neuen Motoren) heraus.
  • Schieblehre wieder in das Kerzenloch einführen.
  • Den Kolben nun so weit zurückdrehen, bis die Schieblehre wieder auf dem Zylinderkopf aufliegt.  Schon sind die 1,5 mm bzw. 1,8 mm vor OT gefunden.
  • Jetzt mit einem wasserfesten Stift, besser noch mit einem Körner (aber vorsichtig!) neue Markierungen am Polrad und am Motorgehäuse anbringen.
  • An genau dieser Stelle soll sich der Unterbrecher gerade öffnen.
    (Sollte dieser schon offen sein, ist die Zündung auf zu früh eingestellt; ist er noch geschlossen und geht erst später auf, handelt es sich um Spätzündung.)
  • Wenn der Zündzeitpunkt nicht stimmt, werden die Schrauben der Grundplatte gelöst, sodass die Grundplatte verdreht werden kann.
    Bei Frühzündung drehen wir die Grundplatte ein wenig im Uhrzeigersinn, bei Spätzündung in die entgegengesetzte Richtung.
  • Die Grundplatte wird wieder mittels der befestigungskrallen wieder festgezogen und der Zündzeitpunkt nochmals überprüft.
  • Stimmt die Einstellung, wird auch an der Grundplatte eine Markierung angebracht, so dass sich alle drei Markierungen exakt gegenüberstehen. Das erleichtert bei einer späteren erneuten Zündeinstellung erheblich die Arbeit.
  • Als letztes bleibt noch der Unterbrecherkontakt. Bei dessen weitester Öffnung muss der Abstand der Kontakte genau 0,4 mm betragen.
    Ist dies nicht der Fall, muss er nachgestellt werden. Hierzu lockern wir die Schraube am Unterbrecher und regulieren den Abstand mit einer Fühlerlehre neu.

Die hier beschriebene Methode ist der Weg für die älteren Motoren ohne Zündzeitpunktmarkierung. Erst ab dem Baujahr 1967 wurden die Markierungen am Motorgehäuse, an der Zündgrundplatte und am Polrad ab Werk angebracht.


Da an der ´Schwalbe´ der Platz für eine Fühlerlehre oftmals nicht ausreicht kann man sich auch wie folgt helfen:

  • Einen Klebestreifen, bei den M53 Motoren mit 18,5 mm Länge, bei den M531/M541 Motoren mit 20,5 mm Länge vorbereiten
  • Den Kolben  in den OT bringen
  • Den Klebestreifen mit seinem linken Ende so auf das Polrad kleben, dass diese der vorher am Motorgehäuse angebrachten Markierung gegenüber steht.
  • Nun wird das Polrad nur noch um die Länge des Klebesteifens (linksherum) zurückgedreht und man hat die Stellung des Kolbens vor OT, an dem sich der Kontakt öffnen muss.

Übrigens: Sollte der Zeitpunkt der Kontaktöffnung mit dem Auge nicht erkennbar sein, hilft ein Trick mit einem Blättchen Zigarettenpapier.
Dieses wird vorher zwischen die beiden Kontakte geklemmt und mit zwei Fingern leicht unter Spannung gehalten.
Wird nun das Polrad zurückgedreht, rutscht das Papier exakt in dem Moment heraus, wenn sich der Unterbrecher öffnet.

(1,8 mm) vor OT entsprechen 20,5°    (1,5 mm) (M53) vor OT entsprechen 18,5°


Zündanlagen der SIMSON-Modelle

 

1= Steuergeber; 2= Ladespule für Zündkondensator; 3= Lichtspule für Bremslicht und Batterieladung; 4= Lichtspule für Scheinwerfer; 5= Elektronisches Steuerteil; 6= Kleinzündspule 6V

SLEZ Schwunglichtelektronikzünder
An dieser Zündanlage fehlt die verschleißanfällige, mechanisch gesteuerte Unterbrecheranlage. Bestandteile der Grundplatte sind die zwei Lichtspulen, eine Ladespule zur Stromversorgung des elektronischen Steuerteiles und eine Spule zur Erzeugung der Steuerimpulse. Das Polrad ist rot. Ab Werk wurde die SLEZ z.B. in der ´Schwalbe´ KR51/2 L eingebaut.






1= Grundplatte; 2= Lichtspule für Scheinwerfer; 3= Lichtspule für Rück- und Bremsllicht; 4= Zündspule; 5= Kondensator; 6= Unterbrecher; 7=Hochspannungsdurchführung; 8= Zündleitung; 9= Zündkerzenentstörstecker; 10= Schwungscheibe mit Magnetsteinen; 11= Unterbrechernocken

SLMZ Schwunglichtmagnetzünder mit innenliegender Zündspule
Bei dieser Zünanlage handelt es sich um die "Basisversion" die in einem großteil der SIMSONs eingebaut wurde. Die Zündspule, beide Lichtspulen, der Unterbrecher und der Kondensator sind auf der Grundplatte angeordnet. Das Magnetfeld des Polrades erzeugt in den einzelnen Spulen Strom.
Beim Öffnen des Unterbrechers wird der Stromfluß in der Primärwicklung der Zündspule unterbrochen. Dabei entsteht in der Sekundärwicklung der Zündspule ein Hochspannungsstromstoß (12-15 kV) der an die Zündkerze weitergegeben wird. Der Kondensator hat die Aufgabe, die Funkenbildung am Unterbrecher zu reduzieren.






1= Lichtspule für Bremslicht und Batterieladung; 2= Kondensator; 3= Lichtspule für Scheinwerfer; 4= Primärspule für Zündung; 5= Unterbrecher; 6= Zündspule 12V; 7= Kabelsatz zum Zündlichtschalter; 8= Schwungscheibe mit Unterbrechernocken; 9= Zündkabel mit Kerzenstecker

SLPZ Schwunglichtprimärzünder
An dieser Zündanlage befindet sich auf der Grundplatte neben den Lichtspulen nur die Primärspule zur Stromversorgung der außenliegenden Zündspule (12V). Ansonsten entspricht die Funktion der SLMZ.
Durch die neue Anordnung der Zündspule außerhalb der Grundplatte war diese besser vor Feuchtigkeit geschützt, was sich zuverlässiger auf die Funktion auswirkte. Die SLPZ wurde in den meisten neueren SIMSON-Modellen wie z.B. der S51 oder der KR51/2 N bzw. E eingebaut. Aber auch das Duo 4/1 war mit einer SLPZ ausgerüstet.



Was ist, wenn die Zündung an der KR51/1 spinnt?

  1. Zündlichtschalter in Ordnung? Sollte Unsicherheit bestehen, einfach das Kabel am Kontaktschuh mit der Nummer 2 am Zündlichtschalter abziehen, dann wird dieser umgangen.
  2. Zündkerze in Ordnung?
  3. Kerzenstecker funktionstüchtig? (siehe Kapitel Zündkerze auf der Homepage)
  4. Zündkabel in Ordnung? Mit einem Messgerät auf kabelbruch prüfen
  5. Motordurchführung am Motorengehäuse in Ordnung? Darf nicht rissig sein.
  6. Sind die Kabel der innenliegenden Zündspule und das Zündkabel an der Motordurchführung richtig miteinander verbunden?
  7. Ist die Tellerfeder am Kurbelwellenstumpf vorhanden?
  8. Zündung richtig eingestellt?
  9. Wenn diese Fragen alle bejaht werden, dann liegt der Defekt sicherlich an der innenliegenden Zündspule.


Was ist, wenn der Motor bei warmem Motor ausgeht oder schlecht anspringt?

Sollte das Moped nur bei kaltem Motor gut anspringen, könnte der Kondensator defekt sein.
Dieser ist dafür zuständig, dass am Unterbrecher kein Abreissfunke entsteht. Dadurch wird die Lebensdauer des Unterbrechers erhöht.

  • Der Kondensator hat einen Defekt, wenn am Unterbrecher ein kräftiger blauer Funke sichtbar ist. vergleichbar mit dem der Zündkerze.
    Handelt es sich um einen schwachen gelblichen Funken, so ist der Kondensator in der Regel in Ordnung.
  • Zum Austausch des Kondensators sollte die Grundplatte ausgebaut werden. Der Kondensator wird dann von der Rückseite der Grundplatte nach vorn herausgedrückt.
  • Wenn die Grundplatte nicht ausgebaut wird, kann der Kondensator auch an der Befestigungsmutter für die Kabelanschlüsse mit einer Zange herausgezogen werden. (Schlechtere Lösung!)
  • Vor dem Ausbau des Kondensators sind die Kabelanschlüsse zu entfernen.
  • Den neuen Kondensator (zum besseren Einbau evtl. vorher 1 Std. ins Tiefkühlfach legen) wieder von der Rückseite der Grundplatte einpressen.
    Achtung:
    Kondensator nicht zu weit einpressen, da ansonsten das Polrad an der Befestigungsmutter anschlägt.
  • Das Einpressen des Kondensators nicht gewaltsam mit einem Hammer vornehmen, da die Gefahr der Beschädigung dann sehr hoch ist.




 
 

 

 

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